27.3.2019 – Betriebsversammlung Audi Werk Ingolstadt

28.3.2019. Der Audi Betriebsrat nimmt die Unternehmensleitung in die Pflicht: Auf der ersten Betriebsversammlung des Jahres hat der Vorsitzende der IG Metall Vertrauenskörperleitung und stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Jörg Schlagbauer vom Vorstand eine nachhaltige Strategie für die Zukunft des Unternehmens gefordert. Audi brauche endlich einen klaren Kurs, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gewachsen zu sein.

Spürbare Anspannung auf der Beschäftigtenseite und klare Worte der Arbeitnehmervertretung kennzeichneten die Veranstaltung am Mittwochnachmittag. Gerade im Hinblick auf die kürzlich bekanntgegebene Anpassung der Produktionsfahrweise durch den geplanten Entfall einer Dauernachtschicht im Werk Ingolstadt stellte die Arbeitnehmervertretung die Sicherung des Standortes in den Fokus. Dafür forderte Schlagbauer unter anderem die Verlängerung der Beschäftigungsgarantie bis 2030 und eine konkrete Werkbelegung mit maximaler Auslastung für die nächsten Jahre.

Der Versammlungsleiter und Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch appellierte an die Beschäftigten zur Solidarität, um die anstehenden Herausforderungen gemeinsam zu meistern: „In diesen schweren Zeiten gilt eines mehr denn je: Nur gemeinsam sind wir stark. Und das, was uns bevorsteht, können wir nur zusammen bewältigen. Mit der Verunsicherung der Belegschaft muss jetzt Schluss sein!“, so Mosch.

„Wir müssen jetzt zukunftsorientiert denken und handeln. Für die Sicherung des Standortes ist die Investition in neue Technologien eine Grundvoraussetzung. Darum brauchen wir eine vielseitige Zukunftsstrategie, in der Themen wie E‑Mobilität, Batterie- und Brennstoffzellen, Car-Sharing und der Wandel zum Mobilitätsdienstleister fest verankert sind“, so Schlagbauer weiter.

Gerade an einer solchen Strategie mangele es derzeit bei Audi, kritisierte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende und forderte den Vorstand auf, seine Pläne offenzulegen und entsprechend zu handeln. „Wir fordern vom Unternehmen eine zukunftsfähige Produktionsfahrweise. Wir fordern eine konkrete und vor allem eine nachhaltige Planung für die nächsten Jahre“, so Schlagbauer. „Die Zeit der schönen Worte und großen Reden ist vorbei – jetzt müssen Perspektiven und verlässliche Entscheidungen her!“

Vergangene Woche hatte der Vorstand dem Betriebsrat einen Forderungskatalog mit geplanten Einsparmaßnahmen als Basis für weitere Verhandlungen vorgelegt. Diese „Giftliste“, wie Schlagbauer sie bezeichnete, habe bei den Arbeitnehmervertretern einige Fragen aufgeworfen. „Wir können noch nicht nachvollziehen, wie wir Audi mit diesen Mitteln wieder an die Spitze bringen wollen. Zumindest nicht, wenn keine nachhaltige Strategie dahintersteht und diese ist für uns bis dato nicht erkennbar“, sagte er.

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Für die Zukunft wünschte sich Schlagbauer mehr Mitbestimmung und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Unternehmensleitung, IG Metall und Betriebsrat: „Lassen Sie uns eine gemeinsame Strategie entwerfen – einfach, klar und verständlich. Mit gemeinsamen Zielen. Damit Audi wieder Audi wird“.

Audi-Personalvorstand und Arbeitsdirektor Wendelin Göbel betonte, das Unternehmen und seine Beschäftigten müssten sich neuen Realitäten stellen, die auch Einschnitte mit sich bringen würden. „Wir müssen Audi zukunftssicher aufstellen, besser werden und uns verändern – konsequent, ehrlich und transparent“. Der Audi Transformationsplan sei dabei die Basis für einen erfolgreichen Wandel, etwa mit der aktuellen Produktoffensive. Transformation erfordere vor allem Flexibilität, um wirtschaftlich zu bleiben, sagte Göbel. Der Arbeitsdirektor bedankte sich in diesem Zusammenhang bei Mitarbeitern und Betriebsrat für die Einigungen, die bereits erreicht worden sind. Bis zum Frühsommer will das Unternehmen den Kurs für einen gemeinsamen Pakt „Audi.Zukunft.“ setzen: „Wir bauen bei allen Entscheidungen auf eine gemeinsame Lösung. Zusammen werden wir den Wandel schaffen“.

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