Daimler Jahresergebnisse 2019

11.2.2020 Stuttgart. Die Daimler AG (Börsenkürzel: DAI) hat heute die vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2019 veröffentlicht, das am 31. Dezember 2019 abgeschlossen wurde.

Der Konzernabsatz lag mit 3,34 (2018: 3,35) Mio. Pkw und Nutzfahrzeugen auf Vorjahresniveau. Der Umsatz stieg um 3% auf 172,7 (2018: 167,4) Mrd. €. Der Daimler-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2019 ein EBIT von 4,3 (2018: 11,1) Mrd. €. Das EBIT enthält Einzelsachverhalte wie rechtliche Verfahren und damit zusammenhängende Maßnahmen, Restrukturierungs-Maßnahmen sowie M&A-Sachverhalte. Das bereinigte EBIT reflektiert das laufende Geschäft und betrug 10,3 Mrd. €.

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG sowie der Mercedes-Benz AG:

„Während unsere Ergebnisse im Jahr 2019 die weiterhin starke Nachfrage nach unseren attraktiven Produkten widerspiegeln, können wir mit dem Gewinn nicht zufrieden sein. Vor allem erhebliche Sonderbelastungen beeinträchtigten unsere Finanzergebnisse im vergangenen Jahr. Die Zukunft unseres Unternehmens liegt in der CO2-neutralen Mobilität sowie in der konsequenten Digitalisierung. Damit schöpfen wir das volle Potenzial in unseren Produkten und unseren Prozessen aus. Um dies zu erreichen, haben wir unsere Investitionen in neue Technologien substanziell erhöht. Wir sind entschlossen, unsere technologische Führungsposition auszuspielen und gleichzeitig unsere Profitabilität deutlich zu verbessern. Dazu sind umfassende Maßnahmen zur Kostensenkung und Steigerung des Cash Flow notwendig. Im Jahr 2019 haben wir diese festgelegt und mit der Umsetzung begonnen. Zur Stärkung unserer Finanzkraft als Grundlage für unsere Zukunftsstrategie werden wir die notwendigen Maßnahmen ergreifen.“

Das Konzernergebnis sank im Geschäftsjahr auf 2,7 (2018: 7,6) Mrd. €. Das auf die Aktionäre der Daimler AG entfallende Konzernergebnis betrug 2,4 (2018: 7,2) Mrd. €. Dies führte zu einem Rückgang des Ergebnisses je Aktie auf 2,22 (2018: 6,78) €. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 1. April 2020 eine Dividende von 0,90 (2018: 3,25) € pro Aktie vorschlagen. Die Ausschüttungssumme beträgt damit 1,0 (2018: 3,5) Mrd. €.

Investitionen, Free Cash Flow und Liquidität

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Im Konzern gingen die Investitionen in Sachanlagen im Geschäftsjahr 2019 auf 7,1 (2018: 7,5) Mrd. € zurück. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen auf 9,7 (2018: 9,1) Mrd. €. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts betrug 1,4 (2018: 2,9) Mrd. €. Zum deutlichen Rückgang hat ein substanzieller Geldabfluss im Zusammenhang mit behördlichen Verfahren bei Dieselfahrzeugen beigetragen. Dazu kommt der anhaltend hohe Mitteleinsatz für neue Produkte und Technologien. Die Nettoliquidität des Industriegeschäfts stabilisierte sich nach Berücksichtigung der Leasingnehmer-Bilanzierung nach IFRS16 und der Zahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2018 bei 11,0 (2018: 16,3) Mrd. €. Die Berücksichtigung der Leasingnehmer-Bilanzierung nach IFRS16 reduzierte die Nettoliquidität des Industriegeschäfts vom Jahresende 2018 zum Jahresbeginn 2019 um 3,2 Mrd. €.

Die Geschäftsfelder im Einzelnen

Das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars hat im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 2.385.400 (2018: 2.382.800) Einheiten verkauft und damit das Rekordniveau aus dem Vorjahr nochmals geringfügig übertroffen. Der Umsatz stieg auf 93,9 (2018: 93,1) Mrd. €. Das EBIT sank um 53% auf 3.359 (2018: 7.216) Mio. €. Die Umsatzrendite lag bei 3,6% (2018: 7,8%). Belastend wirkten eine Neueinschätzung der Risiken von laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen bei Mercedes-Benz Dieselfahrzeugen sowie Aufwendungen für einen Rückruf von Takata-Airbags. Dem Wachstum bei Absatz und Umsatz und der besseren Preisdurchsetzung standen anhaltend hohe Investitionen in neue Technologien und Produkte gegenüber. Das um Einzelsachverhalte bereinigte EBIT betrug 5.841 Mio. €, die bereinigte Umsatzrendite 6,2%.

Der Absatz von Daimler Trucks ging im Geschäftsjahr 2019 um 6% auf 488.500 (2018: 517.300) Einheiten zurück. Der Umsatz stieg um 5% auf 40,2 (2018: 38,3) Mrd. €. Das EBIT fiel um 11% auf 2.463 (2018: 2.753) Mio. €. Die Umsatzrendite erreichte 6,1% (2018: 7,2%). Bei einem weiterhin starken Geschäft in der NAFTA-Region wirkten sich insbesondere Volumenrückgänge in Europa und Asien ergebnisbelastend aus. Negative Effekte ergaben sich ebenso durch höhere Aufwendungen für Vorleistungen für neue Technologien sowie Kosten im Zusammenhang mit Kapazitätsanpassungen.

Der Absatz von Mercedes-Benz Vans stieg im Geschäftsjahr 2019 um 4% auf 438.400 (2018: 421.400) Einheiten. Der Umsatz legte um 9% auf 14,8 (2018: 13,6) Mrd. € zu. Das EBIT sank auf minus 3.085 (2018: plus 312) Mio. €. Die Umsatzrendite lag bei minus 20,8% (2018: plus 2,3%). Während sich der höhere Absatz sowie ein günstigerer Modellmix positiv auf das Ergebnis ausgewirkt haben, war das EBIT der Vans entscheidend von einer Neueinschätzung von Risiken bei Mercedes-Benz Dieselfahrzeugen geprägt. Darüber hinaus beeinflussten Aufwendungen im Rahmen der Überprüfung und Priorisierung des Produktportfolios sowie Aufwendungen für einen Rückruf von Takata-Airbags das EBIT negativ. Um die Geschäftslage deutlich zu verbessern, wurden im Jahr 2019 entsprechende Maßnahmen ergriffen. Das um Einzelsachverhalte bereinigte EBIT betrug 284 Mio. €, die bereinigte Umsatzrendite 1,9%.

Daimler Buses steigerte die Verkäufe im Geschäftsjahr 2019 um 6% auf 32.600 (2018: 30.900) Einheiten. Der Umsatz stieg um 5% auf 4,7 (2018: 4,5) Mrd. €. Das EBIT wuchs um 7% auf 283 (2018: 265) Mio. €. Die Umsatzrendite lag bei 6,0% (2018: 5,9%). Die positive Entwicklung wurde vom Absatzanstieg unter anderem in Brasilien und günstigen Wechselkurseffekten getragen. In Europa ist der batterieelektrische Stadtbus Mercedes-Benz eCitaro in Serienproduktion am Standort Mannheim und wird an Kunden für den Linienbetrieb ausgeliefert.

Bei Daimler Mobility stieg das Neugeschäft im Geschäftsjahr 2019 um 3% auf 74,4 (2018: 71,9) Mrd. €. Der Umsatz erhöhte sich um 9% auf 28,6 (2018: 26,3) Mrd. €. Das EBIT stieg um 55% auf 2.140 (2018: 1.384) Mio. €. Die Eigenkapitalrendite lag mit 15,3% über dem Vorjahreswert von 11,1%. Durch die Zusammenlegung der Mobilitätsdienste von Daimler und der BMW Group ergab sich ein positiver Ergebniseffekt. Des Weiteren trug das gewachsene Vertragsvolumen zu einem Ergebnisanstieg bei. Belastend wirkte sich eine höhere Eigenkapitalquote aufgrund verschärfter regulatorischer Anforderungen aus. Negativ beeinflusst wurde das EBIT auch durch Aufwendungen im Zuge der Neuausrichtung der YOUR NOW Gruppe. Das um Einzelsachverhalte bereinigte EBIT betrug 1.827 Mio. €, die bereinigte Eigenkapitalrendite 13,1%.

Beschäftigte

Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 waren im Daimler-Konzern weltweit 298.655 (2018: 298.683) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon waren 173.813 (2018: 174.663) in Deutschland beschäftigt, in den USA waren 25.788 (2018: 26.310) und bei den konsolidierten Tochtergesellschaften in China 4.439 (2018: 4.424) tätig.

Nachhaltige Geschäftsstrategie

Mit einer nachhaltigen Geschäftsstrategie stellt sich Daimler den Herausforderungen der Transformation in der Autoindustrie. Die Nachfrage nach individueller Mobilität und der weltweite Güter- und Personentransport werden weiter zulegen und weiterhin die Basis für das Kerngeschäft als Fahrzeughersteller bilden. Der Premiummarkt für Pkw wird auch künftig nachhaltig und schneller wachsen als der Volumenmarkt. Gleichzeitig bekennt sich Daimler konsequent zur CO2-neutralen Mobilität.

Zur Erreichung der CO2-Ziele und zur Finanzierung der wichtigen Zukunftsfelder Elektromobilität und Vernetzung ist ein enormer technischer und finanzieller Aufwand notwendig. Die daraus entstehenden Kostenbelastungen erfordern umfassende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, zur Verschlankung des Unternehmens und zur Erhöhung des Free Cash Flow.

Zu den Maßnahmen gehört unter anderem die deutliche Reduzierung der Material- und Verwaltungskosten sowie die Verringerung der Personalkosten bis Ende 2022 um mehr als 1,4 Mrd. Euro. Ziel ist ein weltweiter sozialverträglicher Abbau von Arbeitsplätzen inklusive der Reduzierung von Führungspositionen.

Im laufenden Jahr wird Daimler die Produkt- und Elektro-Offensive fortsetzen: Dazu bringt Mercedes-Benz Cars unter anderem die neue S-Klasse mit der aktuellsten Version des Multimediasystems MBUX auf den Markt. Mit dem EQA wird das erste vollelektrische SUV-Kompaktmodell im Herbst vorgestellt.

Mercedes-Benz Vans erweitert das Produktportfolio um den vollelektrischen EQV. Dazu kommen zahlreiche Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid-Antrieb und 48-Volt-Technologie. Insgesamt plant Mercedes-Benz, den Anteil von Plug-in-Hybriden und vollelektrischen Fahrzeugen am Gesamtabsatz 2020 zu vervierfachen. Damit verbunden ist die weitere Steigerung der eigenen Batterieproduktion: Künftig werden Batterien für Elektrofahrzeuge in neun Fabriken an sieben Standorten auf drei Kontinenten gefertigt.

Ausblick

Für das Jahr 2020 rechnet Daimler mit einem Konzern-Absatz leicht unter dem Vorjahresniveau. Mercedes-Benz Cars, Mercedes-Benz Vans und Daimler Trucks erwarten einen leichten Absatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr. Daimler Buses erwartet hingegen einen leicht steigenden Absatz. Bei Daimler Mobility dürfte das Neugeschäft leicht zurückgehen und das Vertragsvolumen auf Vorjahresniveau bleiben.

Der Umsatz des Daimler-Konzerns wird sich im laufenden Geschäftsjahr auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Bei Mercedes-Benz Cars & Vans dürfte der Umsatz auf Vorjahresniveau liegen. Daimler Trucks & Buses rechnet mit einem deutlichen Umsatzrückgang. Das Geschäftsfeld Daimler Mobility erwartet einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Das Konzern-EBIT wird im Geschäftsjahr 2020 deutlich über dem von zahlreichen Einzelsachverhalten belasteten Niveau des Jahres 2019 liegen. Die Geschäftsfelder haben für das Jahr 2020 folgende Rendite-Erwartungen:

– Mercedes-Benz Cars & Vans: bereinigte Umsatzrendite von 4% bis 5%,

– Daimler Trucks & Buses: bereinigte Umsatzrendite von 5%,

– Daimler Mobility: bereinigte Eigenkapitalrendite von 12%.

Bereits eingeleitete signifikante Effizienzmaßnahmen in allen Geschäftsfeldern wie beispielsweise Personal- und Materialkosteneinsparungen, Portfolio- und Modellanpassungen und die weitere Umsetzung von Plattformstrategien sowie eine stringentere Kapitalallokation sollten bereits im Geschäftsjahr 2020 erste positive Ergebniseffekte haben. Ihre volle Wirkung werden diese Maßnahmen in den Folgejahren entfalten. Restrukturierungs-Maßnahmen sowie der damit verbundene und eingeleitete Beschäftigungsabbau werden das Ergebnis des Jahres 2020 hingegen belasten. Daimler wird weiterhin alle Nicht-Kernaktivitäten überprüfen, um die finanziellen Ressourcen auf die Geschäfte mit den höchsten wirtschaftlichen Potenzialen zu konzentrieren.

Im Free Cash Flow des Industriegeschäfts werden sich weiterhin hohe Vorleistungen für neue Produkte und Technologien belastend auswirken, auch wenn diese im Jahr 2019 ihr höchstes Niveau erreicht haben sollten. Trotzdem geht Daimler davon aus, dass der Free Cash Flow des Industriegeschäfts deutlich über dem Vorjahreswert liegen dürfte. Darin nicht berücksichtigt sind mögliche Belastungen im Zusammenhang mit rechtlichen und behördlichen Verfahren. Vor dem Hintergrund einer noch gezielteren Kapitalallokation und Priorisierung von Projekten sind Investitionen in Sachanlagen sowie für Forschung- und Entwicklung im Jahr 2020 in der Größenordnung des Jahres 2019 geplant.

Harald Wilhelm im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Finanzen & Controlling und Daimler Mobility: „In den kommenden Jahren steht die deutliche Verbesserung unserer Renditen sowie des Cash Flow im Fokus. Unser Ziel ist, eine solide Netto-Liquidität, um die notwendigen Investitionen abzusichern und gleichzeitig attraktive Dividenden ausschütten zu können. Dazu werden wir in allen Bereichen eine disziplinierte Kapitalallokation sicherstellen.“

Daimler Logo

Daimler Logo (Foto: Daimler AG)

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