Tanken oder Laden?

15.2.2018. „Bitte einmal die Batterie vollmachen!“ – Klingt absurd – ist es aber nicht. Und trotzdem bleibt das Laden von Elektro-Autos für viele Interessenten ein Hemmschuh der neuen Mobilität. Dabei gibt es schon heute viel mehr Möglichkeiten einen Akku zu füllen, als einen Benzintank.

Strom gibt es überall – warum nicht auch für E-Autos?

Das Laden von elektrischen Akkus gehört längst zu unserem Leben. Wie der erste Kaffee am Morgen oder regelmäßiges Zähneputzen. Bestes Beispiel dafür ist das Mobiltelefon. Jeden Abend hängen wir es ans Kabel. Und komplett leer war es schon lange nicht mehr. Von Laptops, Rasierern oder Akku-Schraubern ganz zu schweigen. Überall vertrauen wir blind auf die Kraft der Batterie. Und schon bald werden wir es auch bei der Elektromobilität tun.

Schließlich ist ein Elektro-Auto spätestens nach einer Nacht an einer normalen Steckdose wieder aufgeladen. Und bis auf den letzten Kilometer wird man es ohnehin nicht leerfahren. Stattdessen wird der Akku hier und da einfach ans Kabel gehängt. So wie wir es mit dem Telefon schon heute tun.

Die heimische Ladezeit lässt sich übrigens mit passenden, fest installierten Ladegeräten deutlich verkürzen. Die sogenannten „Wallboxen“, die wie ein Elektroherd an den Dreiphasen-Wechselstrom (umgangssprachlich: Starkstrom) angeschlossen werden, laden mit bis zu elf Kilowatt Leistung. Sie sind damit fünfmal schneller als eine normale Steckdose, die dauerhaft gut zwei Kilowatt liefern kann. So braucht beispielsweise der neue e-Golf1 mit seiner eindrucksvollen Kapazität von 35,8 Kilowattstunden an einer Wallbox nur etwa fünf Stunden für eine komplette Füllung – wohlgemerkt bei vorheriger Komplett-Entladung. Randvoll mit elektrischer Energie ist er damit wieder fit für bis zu 300 emissionsfreien Kilometern).

Anzahl der Ladesäulen wächst rasant

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Noch schneller geht es an einer der rund 7.500 öffentlichen Ladesäulen. In Ballungsräumen sprießen sie schon jetzt zahlreich aus dem Boden – oder besser – aus dem Stromnetz. Ob vor Hotels, Supermärkten, in Altstadtgassen oder Tiefgaragen – die Anzahl nimmt zu. Viele Geschäfte oder Shopping-Malls wollen mit eigenen Ladesäulen zusätzliche Kunden anlocken. Sogar ganze Städte liefern sich inzwischen Wettbewerbe um die beste und umweltfreundlichste Ladeinfrastruktur – beispielsweise mit eigenen Solarstromtankstellen. Ob München, Essen oder Berlin – die öffentlichen Ladepunkte leisten in der Regel 22 Kilowatt und haben einen leeren Golf-Akku nach etwa zwei Stunden wieder gefüllt. Beim kleineren e-up! mit seiner Kapazität von 18,7 Kilowattstunden reicht dafür sogar die Mittagspause.

Kleinstes Elektroauto im VW-Programm: der e-up! 2

Der aktuelle Ladezustand des Autos lässt sich währenddessen per App im Telefon ablesen. Dazu noch einen Espresso bestellen und schließlich wieder entspannt im klimatisierten Auto sitzen.

Kleiner Bonus für Stadtbummler: Sogar in Städten mit viel Autoverkehr und wenig Parkflächen bekommt man als E-Autofahrer oft nicht nur einen freien Parkplatz an der Ladesäule, sondern während der Ladezeit auch noch die Parkgebühren erlassen. Wo war in der engen Altstadt doch gleich die nächste Tankstelle, an der man auch noch kostenlos parken darf?

Hochleistungs-Säulen für Langstrecken

Es bleibt also nur noch das Langstrecken-Argument. Und dagegen spricht schon heute ein gut verzweigtes Netz aus Schnell-Ladestationen, vorwiegend an Autobahnraststätten und Ausfahrtstraßen. Mit 50 Kilowatt Gleichstrom schaffen es die Hochleistungs-Säulen in nur einer Kaffeepause das Elektro-Auto randvoll zu laden. An vielen Punkten kann man sogar kostenlosen, subventionierten Strom beziehen. In den kommenden zwei Jahren sollen bundesweit noch weitere 5.000 dieser Schnell-Lader installiert werden. Dann dürfte es in etwa so viele öffentliche Ladesäulen wie Tankstellen in Deutschland geben.

Fünf Hersteller bieten Hochspannung

Unter den neu installierten Säulen werden auch die hochmodernen HPC-Ladepunkte zu finden sein. HPC steht für „High Power Charging“ und beschreibt einen neuen Hochleistungs-Standard. Ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Automobil-Hersteller mit dem Namen IONITY will bis zum Jahr 2020 rund 400 Ladestationen an allen europäischen Hauptverkehrsachsen installieren. Dort wird dann mit bis zu 350 Kilowatt Ladeleistung in Nullkommanichts getankt – pardon! – geladen. IONITY soll durch das Combined Charging System (CCS) markenübergreifende Kompatibilität mit den meisten Elektrofahrzeugen der heutigen und zukünftigen Generation garantieren. Zur Zeit werden die ersten Ladestellen in Deutschland, Österreich und Norwegen eröffnet. Dort reicht dann eine kurze Toilettenpause, und das Elektroauto ist bereit für die emissionsfreie Weiterreise. „Bitte einmal die Batterie vollmachen!“

Volkswagen Konzern beteiligt sich an Hubject, der führenden eRoaming-Plattform für europaweites Laden von Elektrofahrzeugen (Foto: VOLKSWAGEN AG)

CCS-Standard deutscher Hersteller für bis zu 350 kW

1 e-Golf: Stromverbrauch, kWh/100 km: kombiniert 12,7; CO₂-Emission kombiniert, g/km: 0; Effizienzklasse: A+.
2 e-up!: Stromverbrauch, kWh/100 km: 11,7 (kombiniert); CO₂-Emission kombiniert, g/km: 0; Effizienzklasse: A+.

Hinweis nach Richtlinie 1999/94/EG in der jeweils gegenwärtig geltenden Fassung: Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem ‚Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen‘ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Straße 1, D-73760 Ostfildern oder unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

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