Volkswagen will bis zu vier Milliarden Euro in Digitalisierung investieren

5.6.2019. Volkswagen treibt die Modernisierung und Digitalisierung des Unternehmens mit Hochdruck voran: Bis 2023 will Volkswagen bis zu vier Milliarden Euro in Digitalisierungsprojekte investieren — vorrangig in der Verwaltung, aber auch in der Produktion.

Mindestens 2.000 neue Arbeitsplätze mit Bezug zur Digitalisierung sollen geschaffen werden. Das haben Vorstand und Gesamtbetriebsrat in ihrer „Roadmap Digitale Transformation“ vereinbart. Agile Arbeitsweisen, verbesserte Prozesse und Digitalisierung sollen Beschäftigte entlasten und Abläufe beschleunigen. Bislang manuell durchgeführte Aufgaben werden durch verbesserte IT vereinfacht. Dadurch sollen bei der Volkswagen AG Pkw, der Volkswagen Group Components und der Volkswagen Sachsen GmbH in den nächsten vier Jahren bis zu 4.000 Stellen im indirekten Bereich nicht wieder besetzt werden.

Voraussetzung hierfür ist, dass Aufgaben durch Digitalisierung, Prozessoptimierung und Organisationsverschlankung entfallen. Zugleich wurden weitere Investitionen in die Industrie 4.0 und ein damit einhergehender Produktivitätsfortschritt von fünf Prozent pro Jahr bis 2023 im direkten Bereich vereinbart. Für die personelle Transformation im Zuge der Digitalisierungs-Offensive von Volkswagen wird zudem das Qualifizierungsbudget um 60 Millionen Euro auf insgesamt rund 160 Millionen Euro erhöht. Eine einheitliche Beschäftigungssicherung für die Volkswagen AG und die Volkswagen Sachsen GmbH wird bis 2029 vereinbart.

Ralf Brandstätter, Chief Operation Officer der Marke Volkswagen, sagt: „Mit der Roadmap Digitale Transformation geben wir der Modernisierung von Volkswagen weiteren Schub. Wir machen das Unternehmen nachhaltig fit für das digitale Zeitalter. Wir bauen neue Digital-Kompetenzen auf, stellen unsere Organisation in allen Bereichen schneller, schlanker und wettbewerbsfähiger auf. Zugleich schaffen wir neue, moderne digitale und agile Arbeitsplätze und verbessern unsere Produktivität. ‚New Volkswagen‘ wird so auch für die Mitarbeiter greifbarer. Wenn Stellen durch Digitalisierung wegfallen, machen wir das entlang der demografischen Kurve so sozialverträglich wie möglich.“ Die mit der Investition einhergehenden Kostensenkungen helfen auch dabei, die Transformation von Volkswagen aus eigener Kraft zu finanzieren. Die Marke hat sich zum Ziel gesetzt, bereits ab 2022 eine Rendite von sechs Prozent zu erwirtschaften. Das ist drei Jahre früher als ursprünglich geplant.

Thomas Schmall, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Group Components, ergänzt: „Für unsere Komponentenwerke ist die Roadmap Digitale Transformation der Beschleuniger für unsere Transformation in die E-Mobilität. Wir übernehmen künftig Verantwortung von Batteriezelle und Batteriesystem über E-Antrieb bis zu Ladeinfrastruktur und Recycling — und brauchen dafür eine Digitalisierung unserer Prozesse, eine höhere Software-Kompetenz und eine schlanke und agile Steuerung der weltweiten Komponentenaktivitäten.“

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh sagt: „Mit der Beschäftigungssicherung bis 2029 sind betriebsbedingte Kündigungen in den nächsten zehn Jahren ausgeschlossen. Das ist ein wichtiges Signal: Die Digitalisierung bringt Veränderungen, aber der Arbeitsplatz bei Volkswagen bleibt sicher. Beim möglichen Abbau von Arbeitsplätzen muss klar sein, dass diese Tätigkeiten tatsächlich entfallen — ansonsten wird weiterhin jede Stelle nachbesetzt, denn Arbeitsverdichtung wird es mit uns nicht geben. Auch die Freigabe weiterer Jahrgänge für die Altersteilzeit war uns wichtig.“

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Personalvorstand Gunnar Kilian sagt: „Volkswagen hat mit dieser Roadmap Digitale Transformation eine starke Antwort auf die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt. Mit dem Investitionsplan in moderne IT-Systeme machen wir die Arbeit auf der einen Seite effizienter. Auf der anderen Seite machen wir sie für unsere Mitarbeiter aber auch attraktiver. Mit dem Instrument der strategischen Personalplanung werden wir für jeden Bereich ein Zukunftsbild schaffen, dass uns nicht nur quantitativ zeigt, wie viel Personal wir brauchen, sondern auch, welche Kompetenzen wir für unseren Erfolg im Wettbewerb benötigen. Transformation und Digitalisierung gelingen nur mit einem top-qualifizierten Team, das engagiert zusammenarbeitet und den richtigen Teamgeist hat. Mit der Roadmap Digitale Transformation schaffen wir dafür gemeinsam die festen Grundlagen. Wir erhöhen das Qualifizierungsbudget, schaffen eine Online-Uni, stärken das Lernen über Online-Plattformen, passen Ausbildungsberufe an neue Anforderungen an. Und wir machen das Fortbildungsprogramm ,AGEBI+‘ und die Fakultät 73 zu festen Bestandteilen der Ausbildung bei Volkswagen.“

Wesentliche Vereinbarungen der Roadmap Digitale Transformation

Investitionen: Bis 2023 und danach wird die Volkswagen AG bis zu vier Milliarden Euro in Digitalisierungsprojekte investieren. Dazu gehören beispielsweise hochmoderne IT-Lösungen wie SAP 4/Hana insbesondere für die Verwaltung, ein hocheffizientes Einkaufs-System sowie neue Standard-Anwendungen im Personalbereich.

Neue Digitalarbeitsplätze: Volkswagen wird bis 2023 mindestens 2.000 neue Arbeitsplätze in Konzern, Marke und Komponente mit Bezug zur Digitalisierung aufbauen. Der Aufbau erfolgt unabhängig von bereits im Zukunftspakt zugesagten Zukunftsarbeitsplätzen in allen Vorstandsressorts und mit Schwerpunkt am Standort Wolfsburg. Zusätzlich sollen hier auf einer Fläche von 1.000 qm agile Arbeitsplätze entstehen.

Verstärkte Qualifizierung: Das Qualifizierungsbudget aus dem Zukunftspakt wird bis 2023 um 60 Millionen Euro erhöht. Damit stehen künftig 160 Millionen Euro zur Verfügung, um die sich aus der Transformation ergebenden Qualifizierungsbedarfe sicherzustellen. Qualifizierungen werden auf von Transformation betroffene Beschäftigtengruppen und Abteilungen ausgerichtet. Zudem schafft Volkswagen eine Online-Universität, stärkt Lernen über Online-Plattformen nachhaltig.

Stärkung der Berufsausbildung: Ausbildungsberufe werden den zukünftigen Bedarfen angepasst. Das Programm AGEBI+ für Mitarbeiter, die nach ihrer Berufsausbildung ein praxisorientiertes Studium absolvieren möchten, sowie die Fakultät 73 werden feste Bestandteile der Ausbildung bei Volkswagen. Sie werden bis 2023 mit jährlich bis zu 250 Ausbildungsplätzen auf die tariflich vereinbarten 1.400 Ausbildungsplätze angerechnet. Zugesagt sind ferner Investitionen in Elektro- und IT-Labore sowie Projektwerkstätten an den sechs Standorten der Volkswagen AG in Höhe von 8,5 Millionen Euro in den Jahren 2019 bis 2021.

Beschäftigungssicherung: Für die Volkswagen AG und die Volkswagen Sachsen GmbH wird die Beschäftigungssicherung einheitlich auf das Jahr 2029 festgelegt. Damit sind betriebsbedingte Beendigungskündigungen in dieser Zeit ausgeschlossen.

Schlanke und agile Organisation: Bis 2023 sollen in den indirekten Bereichen (Volkswagen AG Pkw inklusive Volkswagen Komponente und Volkswagen Sachsen GmbH) bis zu 4.000 Stellen über den Zukunftspakt hinaus nicht mehr besetzt werden, wenn die Aufgaben im Zuge von Digitalisierung, Prozessoptimierung und Organisationsverschlankung entfallen. Die konkrete Definition dieser Aufgaben soll in Arbeitsgruppen bis Ende August 2019 erfolgen. Zur Sicherstellung der erforderlichen Transformation soll der Personaleinsatz über Fachbereiche und Standorte hinweg flexibilisiert werden.

Altersteilzeit: Das Angebot von Altersteilzeit im direkten und indirekten Bereich wird für die Jahrgänge 1962 bis 1964 geöffnet. Die Freigabe der Jahrgänge erfolgt, wenn Personal-, Finanz- und Produktivitätsziele erreicht werden. Für Mitglieder des Managements gibt es Outplacement-Angebote.

Produktivitätsziele: Unternehmen und Betriebsrat stimmen darin überein, dass in den direkten Bereichen zur Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit weitere Produktivitätssteigerungen von fünf Prozent pro Jahr bis 2023 erforderlich sind.

Volkswagen ID.3

Volkswagen ID.3 (Foto: Volkswagen)

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