Das Cockpit des Audi RS Q e-tron für die Rallye Dakar

8.12.2021. Ein Blick in den Innenraum des Audi RS Q e-tron dürfte jeden Autofan an ein Flugzeug-Cockpit erinnern: Über die gesamte Breite der Instrumententafel sind Bildschirme und Anzeigen verteilt. Nur mit ihrer Hilfe können Fahrer und Beifahrer Tausende von Kilometern in der Wüste schnell und erfolgreich bewältigen.

Ursprünglich gab es im Marathon-Rallyesport eine klare Aufgabenteilung: Der Fahrer fährt, der Beifahrer navigiert. Längst haben sich diese Rollen verändert: Das Reglement begrenzt die navigatorischen Aufgaben auf sehr präzise Möglichkeiten und Vorschriften.

Das einstige Roadbook aus Papier für die Strecke ist heutzutage digital. Und der Audi RS Q e-tron verteilt mit seinem Bedienkonzept verschiedene Funktionen zwischen Fahrern und Beifahrern neu.

Lenken, Beschleunigen und Bremsen sind die Hauptaufgaben für Mattias Ekström, Stéphane Peterhansel und Carlos Sainz, die sich voll aufs Gelände konzentrieren. Die Gänge müssen sie nicht mehr wechseln, denn der elektrische Antrieb mit Energiewandler im Audi RS Q e-tron benötigt kein Schaltgetriebe mehr. Zentral im Cockpit sichtbar ist der zweifach gekröpfte Handbremshebel aus Aluminium. Er ist mit dem innovativen Brake-by-wire-System gekoppelt, das die hydraulische Bremse mit einem Rekuperationssystem kombiniert. Ein Zug an der Handbremse hilft also ebenso wie die Betätigung der Fußbremse, um Energie zurückzugewinnen. Der wesentliche Zweck der Handbremse im Rallyesport aber besteht darin, den RS Q e-tron vor Kurven „anzustellen“. Das kurzzeitige Blockieren der Hinterräder zwingt das Auto in einen Drift. Richtungswechsel verlaufen so besonders agil.

Unmittelbar vor dem Fahrer sind auf dem Lenkrad acht Bedienknöpfe zu finden. Sie steuern unter anderem die Hupe, die Scheibenwischer und Dateneinträge in der Software, falls der Fahrer eine Auffälligkeit mit zeitlicher Markierung im Speicher hinterlegen will. Auch lässt sich dort der Tempobegrenzer aktivieren für Zonen, in denen eine Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben ist. Hinter dem Lenkrad sitzt ein Display direkt im unteren Sichtfeld des Fahrers. Es informiert über die Reifenluftdrücke, die Fahrtrichtungswahl des stufenlosen Elektroantriebs (vorwärts, rückwärts oder neutral) und über das aktuelle Tempo. Ebenso enthält es wichtige Warnungen, damit der Fahrer beispielsweise bei einem bevorstehenden System-Shutdown oder einer Abschaltung der Hochvoltbatterie sofort reagieren kann. Oberhalb und in Richtung der Windschutzscheibe angebracht rücken zwei kleine Anzeigen ganz wesentliche Informationen ins Sichtfeld: Ein sogenannter Repetitor links zeigt die Kompassrichtung an, die Anzeige rechts das gefahrene Tempo.

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Ein zentrales Display genau in der Mitte zwischen Fahrer und Beifahrer enthält Angaben zu Reifendrücken, zur gewählten Bremsbalance, zum Brake-by-Wire-System und zu vielen weiteren Funktionen. Die Angaben sind grün hinterlegt, wenn eine Funktion oder ein System einwandfrei arbeitet, oder rot, wenn ein Fehler auftaucht. Unterhalb befindet sich ein Switchpanel. Die einzelnen Tasten reagieren berührungssensitiv mit Druckpunkt. Auf den 24 frei belegbaren, aber vordefinierten Flächen hat Audi unter anderem verschiedene Funktionen hinterlegt: zum Beispiel vorgewählte Höchstgeschwindigkeiten, die in Tempobegrenzungszonen üblich sind, oder die Klimaanlagenbetätigung. Es lassen sich verschiedene Seiten programmieren, sodass die 24 Knöpfe mehrfach belegbar sind. Auf den hinteren Seiten sind seltener genutzte Funktionen abrufbar. Dort lassen sich etwa im Fall von Schäden einzelne Systeme abschalten („fail safe“), um das Etappenziel sicher in einem Notmodus zu erreichen.

Audi RS Q e-tron, cockpit (Quelle: Audi Communications Motorsport)

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