Auszubildende bauen Volkswagen Bulli zum Kunstwerk um

16.4.2015. Auszubildende von Volkswagen haben gemeinsam mit dem Künstler Erwin Wurm und dem Kunstmuseum Wolfsburg einen Volkswagen Oldtimer-Bulli T2b von 1975 in knapp vier Monaten zu einem originellen Currywurststand umgebaut.

Das spektakuläre Werk steht nun für die Dauer der Ausstellung „Erwin Wurm. Fichte” (bis 13. September) auf dem Hollerplatz vor dem Kunstmuseum. Täglich zur Mittagszeit wird im Bus die Original Volkswagen Currywurst zubereitet und serviert.

Künstler und Autoliebhaber Erwin Wurm, für skurril verformte Objekte und Skulpturen bekannt, ist von der intensiven Zusammenarbeit mit den Volkswagen Auszubildenden begeistert. „Ganz toll, mit welcher Freude und Kreativität die jungen Leute bei der Sache waren. Das Wort ‚nein‘ gab es nie”, sagte Wurm.

Zusammen mit dem Geschäftsführer des Kunstmuseums, Henning Schaper, nahm der Künstler Mitte März die Fahrzeugschlüssel von Dr. Stefan Kreher, Leiter der Volkswagen Berufsausbildung, entgegen. „Unsere Auszubildenden können stolz auf ihre Arbeit sein, die einige technische Herausforderungen beinhaltete”, sagte Dr. Kreher. „Der Curry Bus ist ein einzigartiges Fahrzeug-Kunstwerk. Nachwuchskräfte aus sechs Ausbildungsberufen haben dabei ihr ganzes Können und Wissen eingebracht.”

Die sechs jungen Frauen und elf Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren arbeiteten eng mit dem österreichischen Künstler und dem Wolfsburger Kunstmuseum zusammen. Ruheständler des Volkswagen Konzerns unterstützten dabei das Team um Projektleiter und Ausbilder Ralf Zeh. Ehemalige Mitarbeiter von Volkswagen Nutzfahrzeuge hatten zum Beispiel den nicht mehr fahrtüchtigen Oldtimer-Bulli gefunden, der inzwischen zum Kunstobjekt geworden ist. Der Kastenwagen T2b, Baujahr 1975, war noch 2012 in Griechenland gewerblich im Einsatz, bis dann die Zulassung für den Straßenverkehr erlosch.

Das größtenteils aus Styropor und Bauschaum modellierte Kunstwerk sei ein herausforderndes Ausbildungsprojekt gewesen. „Der Anspruch war hoch. Das Kunstprojekt stand unter einem engen Zeitplan. Die Auszubildenden arbeiteten mit neuen Materialien und probierten neue Arbeitstechniken aus”, betonte Projektleiter Zeh.

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Die Metamorphose des T2b-Bulli umfasste sechs Etappen, die jeweils eine Berufsgruppe verantwortete: Die Kraftfahrzeugmechatroniker entfernten nahezu sämtliche mechanischen und elektrischen Bauteile. Die Konstruktionsmechaniker trennten mit Schneidwerkzeugen große Teile des Ladebodens heraus und schweißten stattdessen Stahlträger und einen abgesenkten Küchenboden ein. Sie durchtrennten die Schiebetür der Länge nach und schnitten Aussparungen für Fenster in Seitenwände der Karosserie. Anschließend klebten die Technischen Modellbauer und die Verfahrensmechaniker ein Grundgerüst aus Styroporblöcken auf die Bus-Karosse. Nachwuchs-Modellbauer und angehende Fahrzeug­lackierer sorgten mit Klebe- und Spachtelmasse für die nötige Stabilität und gaben dem Curry Bus die endgültige, rundlich-triefende Form.

Das nur bedingt lenkbare Gefährt wurde von Spezialisten der AutoVision in Salzgitter lackiert. Dann kamen die Kraftfahrzeugmechatroniker noch einmal zum Zug: Sie brachten jene Anbauteile an, die das Kunstwerk wieder näher an das T2b-Original rücken: Die Front zieren die typischen Rundscheinwerfer, das große Volkswagen Markenzeichen, darüber das schmale Kühlergitterband, eingerahmt von den eckigen Blinklichtern. Den Fahrzeuginnenausbau erledigten die Kraftfahrzeugmechatroniker und Fahrzeuginnenausstatter zusammen mit weiteren Fachkräften. Der frühere Laderaum erhielt Arbeitsplatten, Regale, Herd, Fritteuse und eine leistungsstarke Dunstabzugshaube mit speziellen Abluftkanälen.

Die Ausstellung „Erwin Wurm. Fichte” ist bis Sonntag, 13. September 2015, im Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, zu sehen. Dazu bietet das Kunstmuseum Sonderveranstaltungen an, unter anderem eine szenische Lesung am Donnerstag, 18. Juni 2015, mit Ensemblemit­gliedern des Braun­schweiger Staatstheaters zum Mythos Currywurst.

Die Auszubildenden vom T2b-Kunstprojekt sind (nach Berufen):
Fahrzeuglackierer(in): Laura Häusler (18), Marc Hoffmann (20), Marcel Rowek (19) und Osema Zouari (25); Konstruktionsmechaniker(in): Thomas Becker (22), Niklas Hildebrandt (19) und Mark Lehmann (21); Kraftfahrzeugmechatroniker: Julian Schorle (20), Fabian Paetzold (20) und Dominik Petzold (20); Technische Modellbaumechaniker: Kira Kaaz (21), Celine Fürst (20), Jaelle Janzen (20) und Charleen Hellemann (20); Verfahrensmechaniker(in) für Kunststoff- und Kautschuktechnik: Nadine Scherwinski (19), Jörn Hauptmeyer (21) und Adrian Zeqiri (22). Zeitweise unterstützten zudem zukünftige Fahrzeuginnenausstatter das T2b-Projekt Curry Bus.

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