Ford schreibt wieder schwarze Zahlen

Erstmals seit 2005 hat Ford wieder Geld verdient. Und das ausgerechnet im Weltwirtschafts-Krisenjahr 2009. Nach dem Rekordverlust von 14,8 Milliarden US-Dollar 2008 erwirtschaftete der zweitgrößte amerikanische Autokonzern 2,7 Milliarden Dollar und damit weit mehr, als alle Analysten erwartet hatten. Und Ford-Boss Alan Mulally gab sich bei der Vorstellung des Jahresergebnisses in Detroit zuversichtlich, dass man auch im laufenden Jahr in der Gewinnzone bleiben werde.

Hauptgründe für den Sprung aus den roten Zahlen sind strikte Sparprogramme in Produktion, Verkauf und Marketing in Höhe von mehr als fünf Milliarden Dollar, der 1,3-Milliarden-Dollar-Gewinn der Ford Credit Bank, die frühere Einführung von kleineren, verbrauchsärmeren Pkws und natürlich auch die Streichung von Zehntausenden von Arbeitsplätzen sowie die Schließung von etlichen Werken.

Der Umsatz fiel allerdings um fast 20 Prozent auf 118,3 Milliarden Dollar, hauptsächlich bedingt durch den Einbruch des gesamten Automarktes in den USA, der mit 10,4 Millionen Einheiten sein schlechtestes Verkaufsjahr seit 30 Jahren hinnehmen musste.

Für 2010 rechnet Alan Mulally mit einer Erholung auf 11,5 bis 12,5 Millionen Einheiten und will den um 1,1 auf 15,3 Prozent gestiegenen Marktanteil zumindest halten. Selbst 12,5 Millionen Einheiten wären aber immer noch weit entfernt von den 17 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2005.

Und auch sonst hat Ford noch längst nicht all seine Probleme überwunden. Zum Jahresabschluss stehen nämlich trotz des erfreulichen Gewinns auch noch Gesamtschulden in Höhe von 34,3 Milliarden Dollar in den Büchern. Allein rund sieben Milliarden Dollar musste Ford im letzten Quartal in den Gesundheits- und Renten-Fonds der Arbeitergewerkschaft UAW einzahlen und ist damit klar im Nachteil gegenüber den in die Insolvenz gegangenen Wettbewerbern General Motors und Chrysler, die sich dadurch von diesen Lasten weitgehend befreien konnten.

Ob dies nun gerecht oder ungerecht ist, bewertet Alan Mulally, der bekanntlich jegliche Staatshilfe ablehnte, zumindest offiziell nicht. Dafür hat er zahlreiche Produktinnovationen, aber auch weiteres Sparen angekündigt, um den Schuldenberg so rasch wie möglich reduzieren zu können. (auto-reporter.net/Hans H. Grassmann)

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