Nationales Verkehrssicherheitsprogramm

ADAC: Rückgang der Verkehrstotenzahl kein Selbstläufer

9.11.2011 – Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Zahl der Verkehrstoten gibt nach Ansicht des ADAC Anlass zu großer Sorge. Von Januar bis August 2011 verloren 2 546 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr, 147 mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. „Die negative Entwicklung ist mit großer Wahrscheinlichkeit vor allem dem witterungsbedingt starken Anstieg der Zahl der getöteten Motorradfahrer geschuldet“, sagt ADAC Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker. „Es zeigt sich, dass der Rückgang der Verkehrstotenzahl in den Vorjahren kein Selbstläufer ist. Wir müssen deshalb unsere Anstrengungen für mehr Verkehrssicherheit noch verstärken.“ So fordert der Automobilclub erneut, vor allem den Schutz junger Fahranfänger im Straßenverkehr zu verbessern. Sie sind, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil, dem höchsten Unfallrisiko ausgesetzt. Im Nationalen Verkehrssicherheitsprogramm, das heute anlässlich einer Expertenanhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags diskutiert wird, muss daher der Fahrausbildung ein deutlich höheres Gewicht verliehen werden.

Durch das Begleitete Fahren mit 17 konnten die Unfallzahlen der teilnehmenden Fahranfänger deutlich reduziert werden. Deshalb sollte nach Ansicht des Clubs die Lernphase über den eigentlichen Erwerb des Führerscheins hinaus fortgeführt werden. „Das Beispiel Österreich beweist, dass so genannte Mehrphasenmodelle bei der Führerscheinausbildung erfolgreich zur Senkung der Unfallzahlen bei jungen Fahrern beitragen können“, so Becker.

Insgesamt beinhaltet das Nationale Verkehrssicherheitsprogramm nach Ansicht des ADAC jedoch einen guten und ausgewogenen Mix an Vorschlägen, um die Verkehrssicherheit in Deutschland zu verbessern. Es setzt realistische Etappenziele zur Senkung der Unfallzahlen, propagiert freiwillige Gesundheitschecks von älteren Menschen und sieht sinnvolle Maßnahmen zur Förderung der Verkehrserziehung vor. Ziel des ADAC ist eine Verkehrssicherheitspolitik, bei der die Selbstverantwortung des Menschen im Mittelpunkt steht – diese Haltung greift das Nationale Verkehrssicherheitsprogramm auf.

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