Rede Rupert Stadler zur Hauptversammlung der AUDI AG (Rückblick) 22.5.2015

22.5.2.105 Neckarsulm.
“Meine Damen und Herren,

sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Herzlich willkommen auch von meiner Seite – im Namen des Vorstands der AUDI AG. Heute ziehen wir Bilanz zum Geschäftsjahr 2014, eine anspruchsvolle und zugleich sehr erfolgreiche Periode. Darüber hinaus geben wir Ihnen heute auch einen Ausblick, was Sie in Zukunft vom Audi-Konzern erwarten dürfen.

2014 war kein Selbstläufer. Zwar wuchs die Weltwirtschaft um fast drei Prozent – aber insgesamt zeigte sich global ein heterogenes Bild: Während sich Westeuropa aus der Stagnation löste, gerieten wichtige Wachstumsmärkte ins Stottern. Strukturelle Probleme, schwankende Rohstoffpreise und geopolitische Konflikte machten unserer Branche zu schaffen. Trotz dieser Vorzeichen haben wir an unseren Zielen festgehalten. Und am Ende haben wir mehr geliefert als versprochen.

2014 war damit vor allem eines: sehr erfolgreich für unser Unternehmen. 2014 haben wir Produkte auf den Markt gebracht, die weltweit begehrt sind. Wir haben durch technische Innovationen unser Markenprofil auf allen Kontinenten geschärft. Wir haben beim Absatz einen neuen Rekord eingefahren und unsere Erfolge in ein gutes Ergebnis gemünzt. Und mit dem größten Investitionsprogramm unserer Geschichte haben wir die Basis für künftiges Wachstum gelegt. Das alles wäre nicht möglich ohne unsere Mannschaft.

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Wir alle, die Menschen bei Audi, tragen unseren „Vorsprung durch Technik“ in die Zukunft – durch Know-how, Kreativität und unermüdliches Engagement. Vor zwei Wochen war das in Ingolstadt beim 24-Stunden-Lauf zu sehen. Fast 4.000 Audianer waren auf den Beinen – 24 Stunden lang. Audianer aus aller Welt. Gemeinsam haben sie mehr als 50.000 Kilometer zurückgelegt. Für den guten Zweck.
Für mich steht so ein Dauer-Einsatz unseres Teams symbolisch für den langen Atem, der uns bei Audi auszeichnet und für die Entschlossenheit, mit der wir unsere Ziele verfolgen.

Diese Audi-typischen Eigenschaften spiegelt unser Abschneiden bei einem weiteren Langstreckenrennen wider: bei den 24 Stunden von Le Mans. Selbstbewusst haben wir im Juni 2014 gesagt: „Welcome Challenges“. Denn es gab viele Herausforderungen bei diesem Klassiker: Erstmals seit langem wurden wir als Außenseiter gehandelt. Wir mussten den frühen Ausfall unserer Nummer 3 verkraften. Und während des ganzen Rennens kam es immer wieder zu packenden Zweikämpfen mit Porsche und Toyota. Alles Widrigkeiten, die den Motorsport ja auch spannend machen. Ich erinnere mich gern an die Zieleinfahrt: Trotz aller schwierigen Rahmenbedingungen triumphierte am Ende unser Team.

Meine Damen und Herren,

mit diesem Doppelsieg haben wir unseren Gegnern und der Welt gezeigt: Audi ist eine Klasse für sich.
Audi hat das Zeug, Siege in Serie einzufahren. Das haben wir auch zum Start in die aktuelle Motorsport-Saison bewiesen. Erste Plätze im Rahmen der Langstrecken-WM bei den 6-Stunden-Rennen in Silverstone und Spa. Und erste Plätze auch in der DTM in Hockenheim.

Wir alle wissen: Kunden kaufen am liebsten Siegermarken. Das haben im Jahr 2014 mehr als 1,74 Millionen Audi-Kunden getan – das ist ein neuer Absatzrekord und bedeutet Wachstum in allen Weltregionen. Mit einem Plus von 10,5 Prozent haben wir deutlich zugelegt – und das noch vor der nächsten Stufe unserer Modelloffensive. Großen Anteil an diesem Erfolg haben unsere Modelle im Kompaktsegment – und unsere Q-Modelle. Mit mehr als einer halben Million verkaufter SUV im Jahr 2014 ist Audi die erfolgreichste Premiummarke in diesem Segment. Q3 und Q5 sind Premium-Weltmarktführer. Und der Q7 konnte selbst in seinem letzten kompletten Verkaufsjahr noch zulegen.

Schauen wir auf die einzelnen Regionen: In Europa ist Audi die Nummer eins – mit einem neuen Bestwert. Rund 763.000 Automobile gingen an unsere europäischen Kunden. Das ist ein Plus von 4,2 Prozent.
In China stehen wir ebenfalls unangefochten an der Spitze. Wir haben unseren Vorsprung nochmals vergrößert. Als erster Premiumhersteller haben wir im Reich der Mitte in einem einzigen Jahr mehr als eine halbe Million Autos ausgeliefert. Konkret waren es 578.000 Autos – so viel wie in den ersten 20 Jahren unseres China-Engagements zusammen. Starke Wachstumstreiber sind dabei die Automobile, die wir vor Ort fertigen. Mit den Langversionen von A4 und A6, dem Q3 und Q5 sowie dem A3 Sportback und der Limousine produzieren wir als einzige Premiummarke sechs Modelle in China. Auch in den USA haben wir im vergangenen Jahr geglänzt: 2014 war für Audi of America das fünfte Rekord-Jahr in Folge. Wir haben mehr als 180.000 Einheiten verkauft. Damit sind wir dem nächsten Meilenstein von 200.000 Autos pro Jahr ein gutes Stück näher gekommen. Auf dem US-Markt sehen wir großes Wachstumspotenzial: Der größte Treiber unseres Wachstums ist der Q5 – der meistverkaufte Audi in den USA. Das ist ein gutes Vorzeichen für unseren neuen Standort Mexiko, an dem wir ab 2016 den neuen Audi Q5 produzieren.

Steigende Nachfrage sehen wir auch jenseits unserer Kernmärkte: Kanada, Südkorea oder Brasilien stechen 2014 mit zweistelligen Wachstumsraten hervor. Ein beispielhafter Blick auf Brasilien. Wir wissen natürlich: Das Land hat im Moment große strukturelle Probleme. Die Gesamtkonjunktur schwächelt. Und doch melden uns die Audi-Händler in Brasilien für 2014 ein Plus von fast 90 Prozent. Wir sind überzeugt von den Chancen der Marke Audi in Brasilien. Deshalb starten wir in diesem Herbst in Curitiba die Produktion der A3 Limousine. Im zweiten Schritt folgt ab 2016 der Audi Q3. Wir sind auf dem besten Weg, führende Premiummarke in Brasilien zu werden.

Damit zu unseren italienischen Töchtern: Auch Lamborghini konnte das Jahr 2014 sehr erfolgreich abschließen. Die Marke lieferte mehr als 2.500 exklusive Supersportwagen aus. 2014 war damit das bisher beste Jahr für die Kollegen in Sant‘Agata Bolognese. Für große Nachfrage sorgte vor allem der neue Huracán. Er ist super angelaufen, mehr als 3.000 Bestellungen haben wir 2014 erhalten. Ein gutes Drittel dieser Kunden haben wir noch im vergangenen Jahr beliefert. Auch 2015 sind die Zahlen vielversprechend: mehr als 600 ausgelieferte Huracán allein im ersten Quartal.

Zu Ducati: Im Motorrad-Geschäft waren die Märkte 2014 in vielen Ländern angespannt. Dennoch hat Ducati das Motorrad-Jahr mit einem leichtem Plus abgeschlossen. Mehr als 45.000 Motorräder gingen weltweit an „Ducatisti“. Die Fans von „La Rossa“ dürfen sich auf weitere neue Modelle freuen. Wir freuen uns über ein tolles Ergebnis bei Europas wichtigster Leserwahl. Die neue Multistrada 1200 ist „Motorrad des Jahres 2015“: erster Platz in der Kategorie „Crossover“.

Meine Damen und Herren,

unser Konzern ist international erfolgreich – und deshalb auch weltweit präsent. Für unsere Marken Audi und Lamborghini entstehen Automobile in zwölf Fertigungsstätten rund um den Globus. Mit der Motorradmarke Ducati kommen noch einmal drei hinzu: in Italien, Thailand und Brasilien. Um das Potenzial auf dem amerikanischen Kontinent auszuschöpfen, nehmen wir neben dem Werk im brasilianischen Curitiba 2016 auch unser komplett neues Werk in Mexiko ans Netz. Da wie dort wird es leistungsfähige Lieferantennetzwerke geben.

Auch unsere deutschen Werke bauen wir laufend aus. Wir investieren damit in den Hightech-Standort Deutschland. Beispiel Neckarsulm: Mitte Oktober 2014 haben wir die Audi Böllinger Höfe eingeweiht. Dort produzieren wir jetzt alle R8-Modelle unter einem Dach. Am Standort Ingolstadt haben wir vor kurzem ein ehemaliges Industrie-Gelände im Osten der Stadt erworben. Dort werden wir einen neuen Innovations-Campus errichten. Etwa zwanzig Kilometer vom Werk Ingolstadt entfernt ist Audi Neuburg. Dort ist seit vergangenem Jahr die Audi driving experience zu Hause – sie bietet Fahr- und Sicherheitstrainings für Kunden. Ebenfalls seit 2014 ist Neuburg die neue Heimat von Audi Sport. Das Kompetenz-Center Motorsport ist in unserem weltweiten Entwicklungsnetzwerk ein wichtiger Baustein. Hier bauen wir unsere Rennwagen. Und hier prüfen wir auch die neuen Technologien und Assistenzsysteme für den Serieneinsatz.

Das sportliche Profil unserer Marke haben wir im vergangenen Jahr auch auf der Straße geschärft.
2014 war das Premierenjahr des neuen Audi TT. Die dritte Generation unserer Designikone ist ein echter Sportwagen. Dieses Jahr kommt er in die USA und nach China. Mit zehn neuen S- und RS-Modellen haben wir die Spitze unseres Leistungsangebots verstärkt. Damit bieten wir unseren Kunden heute das bisher breiteste Portfolio an Sportvarianten: vom Audi S1* bis zum S8* und vom Audi RS 3* bis zum RS 7*. Und das kommt gut an. Insgesamt haben wir 2014 bei den sportlichen Top-Modellen um ein Drittel zugelegt.

Als weiteres Highlight des Jahres 2014 überzeugt der A3 e-tron* mit seiner einzigartigen Kombination aus Performance, Reichweite und einem Verbrauch, der mit nur 35 Gramm CO2 pro Kilometer einhergeht. Er erhielt die Höchstnote von fünf Sternen beim Euro NCAP-Crashtest. Und er ist „Wertmeister 2015“ mit besten Restwertprognosen. Unseren ersten Plug-in-Hybriden produzieren wir im Werk Ingolstadt. Und zwar auf derselben Linie wie die anderen A3-Modelle. Damit nutzen wir die Synergien in der Montage optimal aus. Bis dato haben wir dazu mehr als 25.000 Mitarbeiter für Hochvolt-Systeme qualifiziert – jeweils individuell auf ihren Arbeitsbereich angepasst.

Rund um den Globus arbeiten heute mehr als 80.000 Menschen für Audi. 2014 haben wir weltweit 8.190 Mitarbeiter eingestellt – mehr als 4.500 allein in Deutschland. In diesem Jahr planen wir weltweit rund 6.000 Neueinstellungen: 2.000 davon an unseren internationalen Standorten und etwa 4.000 in Deutschland. Darunter fallen die 760 Ausbildungsplätze, die wir jungen Menschen in Neckarsulm und Ingolstadt bieten. „Vorsprung durch Technik“ zieht die Experten von morgen an – das zeigen viele Umfragen und Rankings. Im Jahr 2014 erhielt unser Konzern Auszeichnungen als Top-Arbeitgeber in Italien, Ungarn, Belgien und Deutschland. Und erst im April haben wir hierzulande erneut Top-Plätze bei den Rankings von „trendence“ und „Universum“ eingefahren: beliebtester Arbeitgeber für künftige Ingenieure und beliebteste Automarke bei der Jobwahl von Informatik-Studenten und Naturwissenschaftlern.

Meine Damen und Herren,

die Audi-Mannschaft ist Treiber unseres Fortschritts – und unseres Erfolgs. Deshalb beteiligen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran: im Jahr 2014 mit durchschnittlich 6.540 Euro. Außerdem geben wir als Vorstand unseren Audianern an dieser Stelle sicher gemeinsam mit Ihnen einen kräftigen Applaus für diesen Erfolg.

Damit nun zu den für Sie wohl spannendsten Zahlen: Wie schlägt sich das Geschäftsjahr 2014 in unseren Büchern nieder? Bei den Umsatzerlösen haben wir erstmals mehr als 50 Milliarden Euro erzielt. Trotz aller Vorleistungen liegt unser Operatives Ergebnis bei mehr als fünf Milliarden Euro – dies bereits das vierte Jahr in Folge. Das bedeutet: Die Operative Umsatzrendite liegt mit 9,6 Prozent am oberen Ende unseres strategischen Zielkorridors. Unser Ergebnis vor Steuern beträgt rund sechs Milliarden Euro. Wir nutzen unsere hohe Ertragskraft und schaffen die Basis für weiteres qualitatives Wachstum. 2014 haben wir viereinhalb Milliarden Euro investiert – ein Viertel mehr als im Vorjahr. Bis 2019 kommen weitere 24 Milliarden Euro hinzu. Damit fahren wir das größte Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte.

Unseren Audi-Konzernabschluss im Detail erläutert Ihnen jetzt mein Kollege Axel Strotbek.”

Verbrauchsangaben der genannten Modelle

Der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen eines Fahrzeugs variieren aufgrund der Räder- beziehungsweise Reifenwahl und hängen nicht nur von der effizienten Ausnutzung des Kraftstoffs durch das Fahrzeug ab, sondern werden auch vom Fahrverhalten und anderen nichttechnischen Faktoren beeinflusst.

Audi S1:
Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,2 – 7,0
CO2-Emission kombiniert in g/km: 166 – 162

Audi A3 Sportback e-tron:
Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 1,7 – 1,5
Stromverbrauch kombiniert in kWh/km: 12,4 – 11,4
CO2-Emission kombiniert in g/km: 39 – 35

Audi RS3 Sportback:
Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,3 – 8,1
CO2-Emission kombiniert in g/km: 194 – 189

Audi RS7 4.0 TFSI quattro:
Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 9,5
CO2-Emission kombiniert in g/km: 220

Audi S8 4.0 TFSI quattro:
Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 9,6 – 9,4
CO2-Emission kombiniert in g/km: 225 – 216

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