RS Torque Splitter

22.6.2021. Der Audi RS 3 Prototyp steht für Fahrdynamik in Reinkultur. Erstmals überhaupt kommt in einem Audi der RS Torque Splitter zum Einsatz, der die Antriebsmomente vollvariabel zwischen den Hinterrädern verteilt. Das sorgt für optimale Stabilität und maximale Agilität – insbesondere bei Kurvenfahrten mit hohen Geschwindigkeiten.

Wie funktioniert der RS Torque Splitter?

Der RS Torque Splitter ermöglicht eine aktive, vollvariable Momentenverteilungzwischen den Hinterrädern. Anders als das Hinterachsdifferenzial und das bisherige Lamellenkupplungspaket an der Hinterachse nutzt der Torque Splitter je eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung an der jeweiligen Antriebswelle. Bei sportlicher Fahrweise erhöht er das Antriebsmoment auf das kurvenäußere Hinterrad mit der höheren Radlast, was die Neigung zum Untersteuern deutlich reduziert.

In Linkskurven leitet er das Moment auf das rechte Hinterrad, in Rechtskurven auf das linke hintere Rad, beim Geradeausfahren auf beide Räder. Das sorgt für optimale Stabilität und maximale Agilität – insbesondere bei Kurvenfahrten mit hohen Geschwindigkeiten. Auf nicht-öffentlichen Straßen ermöglicht der Torque Splitter kontrollierte Drifts, indem die gesamte Antriebskraft an der Hinterachse auf eines der hinteren Räder übertragen wird – maximal bis zu 1.750 Newtonmeter Drehmoment. Die exakte Verteilung des Antriebsmoments ist stets abhängig vom gewählten Modus in Audi drive select und von der jeweiligen Fahrsituation.

Jede der beiden Lamellenkupplungen besitzt ein eigenes Steuergerät, das die Raddrehzahlsensoren der Elektronischen Stabilisierungskontrolle einbezieht, um die Radgeschwindigkeiten zu messen. Als beeinflussende Faktoren kommen außerdem Längs- und Querbeschleunigung, Lenkwinkel, Gaspedalstellung, der gewählte Gang und der Gierwinkel, also die Drehbewegung um die Hochachse, hinzu. Zudem ist der Torque Splitter mit dem modularen Fahrdynamikregler als übergeordnete Instanz vernetzt.

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Warum ermöglicht der Torque Splitter bessere Fahrperformance?

Durch die Differenz der Vortriebskräfte dreht sich das Auto noch besser in die Kurve ein und folgt dem Lenkwinkel exakter. Das Ergebnis: weniger Untersteuern, früheres und schnelleres Beschleunigen am Kurvenausgang sowie ein besonders präzises und agiles Fahrverhalten – für ein Plus an Sicherheit im Alltag und schnellere Rundenzeiten auf der Rennstrecke. Auch Übersteuern fängt der Torque Splitter ab, indem er das Moment auf das kurveninnere Rad oder bei Bedarf auf beide Räder leitet.

Wie ist der Torque Splitter in das Fahrdynamiksystem integriert?

Audi drive select beeinflusst die Ausprägung des Torque Splitters und damit das Fahrverhalten abhängig vom gewählten Modus. Fünf Kennlinien – comfort/efficiency, auto, dynamic, RS Performance und RS Torque Rear – sind hinterlegt. So werden die Antriebskräfte in den Modi comfort/efficiency auf alle vier Räder verteilt, mit der Priorität auf der Vorderachse.

Im Modus auto erfolgt eine ausgewogene Momentenverteilung, das heißt der RS 3 Prototyp ist weder unter- noch übersteuernd ausgelegt. Anders dagegen im Modus dynamic, in dem tendenziell möglichst viel Antriebsmoment auf die Hinterachse gelangt – für das Maximum an Agilität und erhöhte Dynamik. Zur Perfektion bringt dies der Modus RS Torque Rear, der auf nicht-öffentlichen Straßen kontrollierte Drifts ermöglicht.

Die stark hecklastige Verteilung der Antriebskräfte erzeugt ein übersteuerndes Fahrverhalten, indem bis zu 100 Prozent des nach hinten geführten Antriebsmoments auf das kurvenäußere Rad gelangt. Darüber hinaus hat Audi die Motor- und Getriebekennlinie angepasst. Dieses spezifische Setup nutzt auch der RS Performance Mode, der für die Rundstrecke ausgelegt ist.

Er ist eigens auf die Performance-Semi-Slick-Reifen der Marke Pirelli P Zero „Trofeo R“ abgestimmt. Der Torque Splitter sorgt hier für möglichst wenig Unter- und Übersteuern und damit besonders längsdynamisch sportliches Fahren. Das Ergebnis ist schnelles Beschleunigen aus Kurven und damit bessere Rundenzeiten.

Welche Rolle spielt der modulare Fahrdynamikregler?

Der modulare Fahrdynamikregler (mFDR) sorgt für eine schnellere und präzisere Vernetzung der Fahrwerkssysteme. Das zentrale System erfasst die Daten aller querdynamisch relevanten Komponenten. Der mFDR synchronisiert die beiden Steuergeräte des Torque Splitters, die adaptiven Dämpfer und die radselektive Momentenverteilung zugunsten eines exakten Einlenk- und Fahrverhaltens. In Summe erhöht er die Agilität des Fahrzeugs, besonders auf fahrdynamischen Strecken.

RS Torque Splitter (Quelle: AUDI AG)

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